Physik war schon immer das Schulfach das mich am
meisten interessiert hat. Da ich aber ein Praktiker bin,
waren die Dinge für mich erst dann einsichtig,
wenn sie einen Bezug zur Realität hatten. Trotzdem gab es einen Physiklehrer

der es verstand, an sich reale Sachverhalte ad Absurdum zu führen.
Ein schönes Beispiel dafür ist mein ehemaliger Physikprofessor Dr. Lüdering
von der Fachhochschule Niederrhein in Krefeld.
Da gab es eine Aufgabe aus dem Bereich Elektrostatik die mir
total wiederstrebte. Sie lautete etwa so: Drei punktförmige Ladungen
befinden sich mit einem Abstand von 30, 40 und 50 cm, angeordnet in
einem Dreieck im luftleeren Raum. Die Ladungen betragen 3V, 4V und -5V.
Welche Kräfte mit welchen Richtungsvektoren wirken auf diese Ladungen?
Bei aller Liebe zur Physik Herr Doktor!

Ich hätte da erst mal ein paar Verständnisfragen
bevor ich den Taschenrechner auspacke:


1. Wie sieht eine Punktladung aus?
2. Wie kann man sie an einem Kraftmesser befestigen ohne sie zu entladen?
3. Wo gibt es diese Kraftmesser, die 0,0000000232 g messen können zu kaufen?

Das ist nicht die Extremphysik die mich interessiert.


Was dort als Ergebnis herauskommt ist in keinster Weise nachprüfbar!
Ich hätte es lieber gesehen wenn die Aufgabe so lauten würde:
Zwei, einen Meter lange Leiter, mit einem Abstand von 50 cm haben
eine Spannungsdifferenz von 100.000 Volt.
Berechnen Sie die Kräfte die auf die Leiter wirken.......

Die Aufgabe wäre zwar nicht annähernd so anspruchsvoll wie die Obige,
sie wäre aber nachprüfbar, da wirklich messbare Kräfte auf die Leiter wirken.
Ausserdem ist sofort einzus
ehen ob es sich lohnt bei bestimmten
Spannungen auch Kräfte zu berücksichtigen die auf Elektrostatik zurückzuführen sind.

Um den Professor in Schutz zu nehmen, muss ich zugeben dass er auch durchaus
dazu in der Lage war Aufgaben aus dem täglichen Leben zu stellen.
Z.B.: Wie hoch ist die Beschleunigung eines Autos, wenn das Maskottchen
am Rückspiegel gegenüber der Lotrechten einen Winkel von 30 Grad beschreibt?
Danke, das gab mir den nötigen Auftrieb!

Nun zu der Art Physik, die ich mag.


Extremphysik!

Was ich damit meine ist alles das, was sich mit physikalischen Kräften auf
spektakuläre Weise erreichen lässt.
Für diese Art Physikalischer Experimente habe ich im Laufe meines Lebens einiges an Material
gesammelt, mit dem sich prima experimentieren lässt.
Da wären zum Beispiel: Diverse Schweißgeräte, Starkstromnetzteile,
Hochspannungsgeneratoren, Laser und so weiter.
Das spannendste was ich bis jetzt besessen habe ist ein gewaltiger Kondensator mit
250.000 Mikrofarad bei einer Spannungsfestigkeit von 450V.
(Herzlichen Dank an Her
rn Hertter von CT)

Zusammenbau der Kondensatoren durch den "Meister"  
Der Aufau des Kondensators.

Die in ihm gespeicherte Energie würde theoretisch dazu ausreichen einen
20 Tonnen LKW mehr als 10 cm. vom Boden anzuheben.
Silvester 2001, 2002 uns 2003 hat er mir als Knallerersatz gedient.
Über eine Fernbedienung habe ich ihn an zwei Aluminiumblechen
immer wieder kurzgeschlossen.

GEHEIM  Bitte nicht anklicken!


Kurzschluss über zwei Aluminiumkontakte.

Der dabei entstandene Lichtblitz und der Knall waren stärker als von jedem mir
bekannten Feuerwerkskörper. Und ich kenne sehr gute Feuerwerkskörper.
Am ehesten lässt sich der Knall mit der Detonation der Startböller
eines Höhenfeuerwerkes vergleichen.

Der positive Nebeneffekt war, dass es keinerlei Papierschnipsel gab
die zu beseitigen waren. Wer einmal diesen Knall gehört hat,
bekommt plötzlich großen Respekt vor Strom.
Ich würde nicht im Traum daran denken die Anschlüsse des Kondensators
beide zu berühren wenn er aufgeladen ist.
Wenn der Kondensator seine Energie entlädt bekommt man es mit
einer ganzen Reihe physikalischer Effekte und natürlich auch mit der Angst zu tun.



Die Experimente sind alle nicht sehr harmlos und ich würde unbedarften Personen
unbedingt von der Nachahmung abraten.



Ich selbst trage immer eine Schutzbrille und Gehörschutz bei meinen Experimenten.
Trotzdem bin ich manchmal selbst überrascht, mit welcher Gewalt sich die Dinge entwickeln.
Deshalb halte ich immer den nötigen Sicherheitsabstand.
Ausserdem steht immer ein Feuerlöscher bereit.


Experimente:



Physik macht Spass!!

1. Bei einem Versuchsaufbau entlud ich den Kondensator definiert
über eine selbstgewickelte Spule aus 5 Windungen starrem 6mm Kupferdraht.
Obwohl die Drähte isoliert waren gab es zwischen den einzelnen Windungen einen Funkenflug.
Wieso entstehen Funken zwischen den Windungen.

?


2. In die Spule legte ich eine leere Getränkedose. Nach dem Kurzschluss war die Dose deformiert.
Welche Kräfte führen zu dieser Verformung.

?


3. Bei einem Versuch lag auf der Werkbank mein Akkuschrauber.
Durch die sich bewegenden Kabel
bei einem Kurzschluss wurde er von der Werkbank geworfen.
Obwohl mechanisch und elektrisch einwandfrei in Ordnung, funktionierte er nicht mehr, wieso?

?


4. Bei einem Kurzschluss über zwei Kupferkontakte fing plötzlich ein Lappen auf der Werkbank Feuer.
Wieso ist das nie bei Aluminium passiert?

?


5. Ich habe den Kondensator über eine große Spule entladen.
Nach der Entladung war plötzlich mein 400V Netzteil explodiert und der Kondensator
war verkehrt herum gepolt.
Was war passiert.

?


6. Das endgültige Löschen einer CD.
Mit einem anderen Kondensator, "nur" 20 Mikrofarad bei 2000V kann man prima CD´s löschen.
Er wird aufgeladen und dann an die beschriftete Seite der CD angelegt, so dass es zum Kurzschluss kommt.
Dabei werden große Flächen aus der Metallschicht herausgebrannt und die "Prägung" der CD vernichtet.

Wieso hat ein Kondensator mit einer solch geringen Kapazität bei einer CD
eine solch verherende Wirkung.

?



 

 

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